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Das Energiefassmodell (ENFA®)

Ressourcenoptimierung für die Psyche

Das sog. Energiefassmodell als Grundlage des Burnout Präventionstrainings zeigt anschaulich, wie wir mit unserem Energiereservoir umgehen, wie wir es füllen können, wo es leerläuft.
Alarmsignale der Psyche werden vorgestellt, die uns - wenn wir sie richtig verstehen und lesen können - dabei helfen können, etwas für uns, für unsere Gesundheit, für unsere psychische Gesundheit im Speziellen, d.h. in erster Linie für unsere Lebenszufriedenheit und Lebensfreude zu tun.

Wichtig ist zu erkennen, dass es oft Auswege gibt aus diesem scheinbar ausweglosen Dilemma der Tretmühle des Immer-Weiter-Machens, obwohl die Kräfte schon lange erschöpft sind oder was wir tun können, damit wir es gar nicht soweit kommen lassen. Anregungen zu einem solchen „Kur-“ und „Prophylaxeprogramm“ werden wir uns gemeinsam anschauen. Manchmal ist es geradezu paradox - viele Menschen haben Probleme in dieser Hinsicht, obwohl die äußere Fassade glänzend aussieht - eine Karriere, eine schöne Wohnung, aufwendige Urlaube, wohlgeratene Kinder usw. Aber für die psychische Gesundheit kommt das letztlich nicht darauf an, wie es äußerlich aussieht, sondern wie es „innen drin“ aussieht. Der eine, der sich sagt: „es geht mir gut, ich bin zufrieden, ich habe viel erreicht und ich fühle mich oft glücklich und ausgeglichen“. Der andere, mit den gleichen äußerlichen Attributen sagt: “ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe so viel erreicht aber alles erscheint sinnlos und leer - ich habe keinen Spaß mehr an den Dingen“.
Wir kennen uns alle gut aus im Hinblick darauf, wie man den Körper fit hält - gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, ausreichend Bewegung. Tausende von Fitnessstudios bieten die unterschiedlichsten Kurse - Training um Rückenmuskeln zu stärken, wenn man ein Rückenleiden hat; Training, um allgemein Muskeln aufzubauen, um sich gesund und fit zu fühlen usw. Aber im psycho-mentalen Bereich ist weniger bekannt, welche Faktoren wichtig sind um die Psyche und unser mentales System "fit" zu trainieren und sich psychisch "fit" zu halten. So weiß jeder, dass nach einer langen körperlichen Erkrankung, sich die Kräfte nur schrittweise aufbauen und jeder würde es für baren Unsinn halten, nach einer schweren Grippe sofort einen Marathonlauf machen zu wollen. Jeder weiß, dass man dann scheitert.

Aber worauf kommt es an, wenn man psychisch in eine Krise geraten ist oder sehr belastenden Situationen ausgesetzt ist - an welchem Trainingsprogramm soll man sich da orientieren? Und was bewirkt überhaupt so etwas wie psychische Gesundheit? Gilt nicht einfach der Spruch: ein starker Mensch ist immer auch ein psychisch stabiler Mensch, d.h. wenn jemand mal eine Krise hat, heißt das, dass er eben psychisch doch nicht so stabil ist?

Ein stigmatisierendes Vorurteil. Das wäre so, als würde man davon ausgehen, dass ein gesunder Mensch nie krank werden kann. Jeder Mensch kann krank werden - der gesunde Mensch ist sich dessen bewusst und ergreift im Falle einer Erkrankung die Maßnahmen, die notwendig sind im Umgang mit einer Krankheit. D.h., er leugnet nicht die Tatsache, dass wir als Menschen krank werden können und auch werden, sondern er stellt sich auf die Realitäten des Lebens ein.
Im psychischen Bereich ist es genauso. Jeder Mensch leidet unter Belastungen, unter Stress, unter den kleinen und großen "hazzards" des Lebens - und manchmal wird es zu viel, die Kräfte brechen zusammen, die Energien reichen nicht mehr. Das Problem jetzt zu leugnen wäre, wie das ignorieren einer schweren Erkrankung - es wird immer schlimmer dadurch. Bewusster Umgang damit, wie die Psyche konstruiert ist und was sie braucht in Krisen- und Belastungssituationen, kann sehr dabei helfen, die Probleme wieder zu verringern und wieder Freude und Zufriedenheit im Leben zu erreichen. Oder - falls noch eine Menge davon vorhanden ist - sie zu schützen und auszubauen. Genauso, wie ich den Körper auch unterstützen kann, damit er gesund bleibt, kann ich das auch bei der Psyche. Aber in beiden Fällen kommt es auch zu Krankheiten oder Einbrüchen, die ich nicht verhindern kann. Aber ich kann lernen, damit umzugehen und Wege zu suchen, diese zu bewältigen.

Die 4 Grundbereiche psychischer Gesundheit
Kommen wir nun dazu, was psychische Stabilität ausmacht. Welche Faktoren eine Rolle spielen, um Lebenszufriedenheit zu erreichen, um sich psychisch "fit" zu fühlen. Wir gehen davon aus, dass es 4 Lebensbereiche gibt, die eine zentrale Rolle spielen für die psychische Verfassung, in der wir uns befinden. Man könnte auch sagen, es sind die Säulen, auf denen die psychische Gesundheit steht. Es sind die Bestandteile:

Alle diese Bereiche müssen bis zu einem gewissen Grad "stimmen", es langt nicht, wenn nur ein oder zwei Bereiche für mich gut laufen, die anderen kann ich nicht einfach vernachlässigen. Basiert z.B. meine ganze psychische Gesundheit alleine darauf, dass ich in der Arbeit gut klar komme und Erfolge habe, aber meine Gesundheit ist angegriffen, meine Familie lebt in Trennung und ich habe kaum mehr Zeit, meine Freunde zu treffen oder habe mich zurückgezogen von allen sozialen Kontakten außer innerhalb der Arbeit, dann habe ich ein Problem. Dies wird umso schlimmer, wenn dann der letzte Bereich auch noch zusammenbricht - werde ich arbeitslos, ist wirklich alles vorbei - der Mensch bricht dann zusammen, es sei denn, es gelingt ihm, wieder die anderen Bereiche seines Lebens zu stabilisieren und als Rückhalt zu gewinnen. Damit könnte er eine Arbeitskrise gut auffangen.
Also, um eine Situation einzuschätzen, ist es wichtig, sich diese 4 Bereiche genau anzusehen und zu bestimmen, wie viel Energien, wie viel positive Bestätigungen gibt es in jedem einzelnen Bereich und wie viel Belastungen bestehen in jedem einzelnen Bereich.

Das Energiefass

Nachdem wir jetzt die 4 Grundbereiche für psychische Fitness angesprochen haben, kommen wir jetzt zu einem Ding, von dem in diesem Seminar immer wieder die Rede sein wird: von einem Fass

Bild: Energiefass

Dies ist ein Fass. Das sogenannte Energiefass. Dieses Fass hält die Energie für uns bereit, die wir z.B. in der momentanen Situation zur Verfügung haben. Welche Menge Energie in dem Fass ist, hängt nun entscheidend von den Zuflüssen und den Abflüssen ab. Und damit kommen wir langsam zum entscheidenden Punkt: Es gibt Dinge, die unser Energiefass füllen, die "Nachschub" liefern

Bild: Kraftquellen

und es gibt Dinge, die unser Energiefass leeren - die Abflüsse, die "Energieräuber".

Bild: Krafträuber

Lassen Sie uns einmal zusammentragen: welche Dinge verstärken die Energie, die ein Mensch hat - was gibt uns Energie. dann: welche Dinge kosten Energie - was kostet uns Kraft, was raubt uns die Energie?

Jetzt machen wir das ganze noch ein bisschen genauer: Sie erinnern sich an die 4 Grundbestandteile: stellen wir diese nun einmal in unserem Fass dar:

Bild: Die 4 Kammern

Unser Fass hat also 4 Hauptkammern. In jeder einzelnen Kammer kann es zu Zuflüssen und Abflüssen kommen. Stellen wir uns für den Moment einmal vor, als wären diese Kammern voneinander getrennt - dann könnte man für jeden der einzelnen Grundbereiche bestimmen, wie viel Energie steht im Moment noch zur Verfügung: schauen wir uns einmal folgendes Beispiel an:

Bild: Beispiel Kammer Arbeit

Nun ist es aber so, dass diese einzelnen Kammern nicht voneinander getrennt sind - die Wände sind sozusagen durchlässig, d.h. die Gesamtenergie, die ein Mensch zur Verfügung hat, setzt sich zusammen aus diesen 4 Bereichen, durch die er Energie gewinnt bzw. durch die ihm Energien entzogen werden.

Das Energiebilanz-Modell
In jedem der 4 Grundbereiche, die wir angesprochen haben, gibt es Zuflüsse von Energien und Abflüsse der Energien. Welche Gesamt-Energiebilanz für den einzelnen Menschen in einer bestimmten Situation vorhanden ist, hängt davon ab, in wieweit sich Zuflüsse und Abflüsse die Waage halten, bzw. in welchem Verhältnis Zuflüsse und Abflüsse stehen.

Das Prinzip ist auch hier ganz einfach und jeder Bankberater hätte Ihnen das Gleiche sagen können: "Man kann nicht mehr ausgeben, als man einnimmt". Das gilt nicht nur für Mark und Euro, sondern auch für Lebensenergie.
Die Energiebilanz, d.h. die Balance zwischen Belastung (den Stressoren) und Befriedigung muss stimmen, sonst gerät alles in eine Schieflage. Am besten ist es, wenn sie in jedem der 4 Bereiche stimmt, die unser Leben ausmachen.

In jedem einzelnen Bereich müssen wir uns ansehen, wie viel Kraft wir da investieren und wie viel Freude und Kraft wir daraus schöpfen können. Hält sich das die Waage und ist das Energiefass noch recht gut gefüllt, stimmt die Bilanz. Doch das Leben lässt eine dauerhaft ausgewogene Balance leider oft nicht zu. Man kann seine Arbeit einbüßen, seinen Partner verlieren, ein Bein brechen oder durch einen Umzug seinen Freundeskreis verlieren. Dann entsteht in einem Lebensbereich eine deutliche Fehlbalance - es fließt auf einmal viel mehr Energie ab in diesem Bereich oder es kommt keine Energie oder nur sehr wenig Energie (Befriedigung) nach - im schlimmsten Fall passiert beides. Selbst das muss jedoch noch nicht tragisch sein, denn wenn in den anderen Lebensbereichen die Energiebilanz stimmt, dann kann ein gewisses Defizit aufgefangen werden. Wichtig ist, dass insgesamt die Belastungen des Lebens und die Befriedigung in der Balance bleiben. Unsere Seele braucht die Ausgeglichenheit von Belastung und Befriedigung.

Nachher in der Detailanalyse werden wir genau die Balance von Belastung und Befriedigung in den einzelnen Lebensbereichen bestimmen, damit Sie einen Überblick bekommen, wie es in Ihrem Leben momentan aussieht: gibt es ein Gleichgewicht zwischen Belastung und Befriedigung oder gibt es Schieflagen und wenn ja, wie stark sind diese ausgeprägt und wieweit werden die durch Befriedigungen in anderen Bereichen aufgefangen oder ausgeglichen. Wir werden dabei auf das Modell einer Waage zurückkommen und für alle 4 Bereiche bestimmen, wie die Waagschale von Belastung und Befriedigung aussieht.

Das Modell „Benzintank“
Stellen Sie sich als Vergleich einen Benzintank im Auto vor. Autofahrer achten immer darauf, dass ihr Tank ausreichend gefüllt ist. Vor einer längeren Tour checken wir den Tank, reicht es noch oder sollen wir noch nachtanken. Das Auto bietet noch den zusätzlichen Vorteil, dass, wenn wir einmal vergessen nachzutanken, am Armaturenbrett die rote Lampe aufleuchtet, um anzuzeigen, dass die letzten 5 Liter angebrochen sind. Was tut der schlaue Autofahrer: Runter vom Gas und zur nächsten Tankstelle.
Bei unserem Seelenenergiefass achten wir selten auf diese Zusammenhänge. „Tanken“ wir jemals bewusst nach, wenn wir einer größeren Belastung gegenüberstehen oder sie überstanden haben? Auch unser Seelenenergiefass hat diese rote Warnlampe. Es sind die vielfältigen körperlichen Symptome, die Stress und Dauerüberlastung anzeigen wie z.B. anhaltende Schlafstörungen, Gereiztheit, nicht abschaltbare Grübeleien, Magen-/Darmprobleme, wiederkehrende Infekte, anhaltende Verspannungen und Schmerzen, Herzschmerzen ohne Befund, Bluthochdruck, Ohrgeräusche und vieles andere mehr. Wenn die Beschwerden dann ganz bedrohlich werden, gehen wir zum Hausarzt, der in diesen Fällen meist keine Ursache findet und nur die Symptome behandeln kann. Das wäre ein Vorgehen, wie wenn der Autofahrer, wenn die rote Lampe aufleuchtet, sie entweder komplett ignoriert oder dann zur Werkstatt fährt und die Lampe austauschen lässt oder abklebt, damit er das rote Licht nicht mehr sehen muss. Der Vergleich mit dem Autobenzintank soll deutlich machen, dass wir unsere grundlegende Strategie ändern müssen im Umgang mit uns selbst. Wenn wir unsere Warnlampen – die Stress- und Überlastungszeichen – ignorieren und noch extra Gas geben – uns „zusammenreißen – dann bleiben wir unweigerlich irgendwann am Straßenrand stehen, d.h. aus den Überlastungszeichen können sich konkrete Erkrankungen entwickeln, die uns dann komplett lahmlegen.

Jetzt kennen Sie das Energie-Grundmodell. Bevor wir jedoch zur Analyse übergehen werden wir noch einen weiteren wichtigen Bereich ansprechen: den Bereich der Persönlichkeit. Die Rolle der Persönlichkeit

Wer weiß schon, wer er ist, wer kennt sich so gut, dass er für sich wirklich sagen kann, was er braucht und sucht in seinem Leben. Wir alle haben gewisse Vorstellungen davon, wer wir sind und was wir wollen, aber Selbsterkenntnis gehört zu einem der schwierigsten Lebensaufgaben.

Was hat die Persönlichkeit mit unserem Energiefaß-Modell zu tun, mit unserer Lebensenergie?

Nun, man könnte sagen, dass es von der Grundhaltung, Grundeinstellung bzw. Persönlichkeit eines Menschen abhängt, welche Dinge ihn ganz besonders stressen und belasten in unseren 4 Grundbereichen, und welche Dinge ihn wenig aufregen und belasten. Auch von der Persönlichkeit ist es abhängig, welche Dinge ganz besonders befriedigend sind für den einzelnen Menschen, also wo er speziell für sich leicht Energie gewinnen kann und welche Dinge zwar vielleicht attraktiv aussehen mögen, ihm letztlich aber kaum oder nur wenig Energien geben. Zudem könnte man sagen, dass bestimmte Verletzungen und Erfahrungen, die die Persönlichkeit mit prägen, sozusagen, um bei dem Bild des Energiefasses zu bleiben, kleine oder größere Risse in unserem Fass bedingen können, aus der eben zusätzlich Energie durchsickert, was wir evtl. nicht einmal bemerken.

Also, das Energiemodell gilt für alle Menschen gleich - genauso wie der Grundsatz, dass nicht mehr ausgegeben werden kann wie eingenommen wurde. Menschen unterscheiden sich jedoch beträchtlich darin, wie viel Energien sie für einzelne Dinge verbrauchen - und um das einschätzen zu können ist es wichtig, sich besser kennenzulernen. Stellen Sie sich vor, ein Mensch, der eine sehr extravertierte Persönlichkeit hat, der kontaktfreudig ist und dem es viel Spaß macht, auf andere Menschen zuzugehen. Dieser Mensch verliert nun durch einen Umzug von München nach HH einen Großteil seines Freundeskreises. Dies neu aufzubauen, sieht er jedoch eher als Herausforderung, es macht ihm Spaß, er freut sich darauf, neue Leute kennen zu lernen und bemüht sich vielleicht auch, alte Kontakte trotz der Distanz aufrechtzuerhalten. Die subjektive Belastung (also letztlich die Energie die dadurch aus dem Fass abfließt ) ist also hier gar nicht so hoch. Jetzt nehmen wir einen Menschen mit einer Persönlichkeit, der eher kontaktscheu ist, eher ein Einzelgänger, sich in geselliger Runde nicht sehr wohl fühlt und der meist nur ein oder zwei intensivere Kontakte hat. Für diesen Menschen kann die gleiche äußere Veränderung (Umzug) ein deutlich belastenderes Ereignis sein. es kostet ihn u.U. so viel Mühe, auf neue Menschen zuzugehen, dass er es erst gar nicht probiert oder auch nach wenigen Anläufen aufgibt. Der Energiezufluss, den er von seinen zwei wichtigen Kontakten hatte, bleibt aus - ein neuer Zufluss entsteht aber vielleicht gar nicht. So kann diese Situation für einen Menschen mit der beschriebenen Persönlichkeit viel schwieriger sein und viel mehr Energien kosten. Es könnte aber auch anders sein - der einzelbrödlerische Mensch hat in HH eine Arbeitsstelle erhalten, die ihm sehr entgegen kommt - er sitzt an seinem Computer und muss sich nicht mehr mit so vielen Menschen auseinandersetzen wie bei seinem Job in München, wo er ständig von unzufriedenen Kunden über die Hot-Line angerufen wurde. Dadurch, dass dies für ihn viel entspannender geworden ist, hier also viel weniger Energie abfließt als früher, hat er vielleicht noch genügend Energie über, um sich wieder einen oder zwei wichtige Kontakte aufzubauen.

Die Kenntnis der eigenen Persönlichkeit hilft also dabei zu erkennen, was ein Mensch braucht, um seine Energiebilanz auszugleichen und was ihn besonders bedroht, aber auch, wie er sich helfen kann, in dem er seine Neigungen und Bedürfnisse besser kennt.

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